Immer die richtige Balance gefunden

VR-Bank verabschiedet Walter von den Benken

24. Mai 2013 / Voltlage / bt

„Wir haben den schlechtesten Vorstand aller Zeiten, wir haben den schlechtesten Aufsichtsrat aller Zeiten“, sagte Verbandsdirektor Georg Litmathe auf der Feier der VR-Bank im Altkreis Bersenbrück am Freitagabend in Voltlage. So zitierte er aus der Hauptversammlung der Commerzbank. „Bei Ihnen wäre so etwas undenkbar“, lobte er das Wirken des scheidenden Vorstandsmitgliedes Walter von den Benken.

 

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Bildunterschrift:

Verabschiedeten Walter von den Benken, hier mit Ehefrau Annette: Vorstandskollege Franz-Josef Morhaus und Aufsichtsratsvorsitzender Karl Hülsmann (von links)

Foto: Björn Thienenkamp

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Das Ambiente hatte etwas von einer Hochzeitsfeier. Schmucke Gäste, die Walter von den Benken nebst Gattin Annette und Kindern gratulierten und Geschenke überreichten, freundliche Kellnerinnen mit Getränken und ein gediegenes Abendessen an runden Tischen, die Kapelle fehlte nicht wirklich.

 

Eine Hochzeit wurde aber nicht gefeiert. Es ging um die Verabschiedung von Walter von den Benken. Dieser hat sich seinen Ruhestand nach 46 Jahren im Genossenschaftswesen, davon 33 Jahre als geschäftsführendes Vorstandsmitglied, doch redlich verdient.


„Topfit, aber doch etwas in die Jahre gekommen“, stellte Franz-Josef Morhaus seinen Vorstandskollegen schmunzelnd dar. „Schlüssel abgeben und weg“, das wäre ihm wohl am liebsten gewesen, aber die offizielle Verabschiedung des verdienten Mitarbeiters sei mehr als angemessen, begründete Morhaus im Namen von Vorstand und Aufsichtsrat die Feierstunde.


„Über die Volksschule Merzen und die Realschule Ankum kam von den Benken zur Raiffeisenbank Voltlage mit einer großen Warenabteilung, machte den Führerschein für den Gabelstapler, besuchte viele Lehrgänge in Rastede, kam mit 28 Jahren in den Vorstand“, blickte Karl Hülsmann zurück. „Ein gutes Erbe, das du uns hinterlässt, denn du hast immer die richtige Balance gefunden, stets nah verwurzelt mit den Menschen der Umgebung, auch durch die Hobbys“, würdigte der Aufsichtsratsvorsitzende. „50 Prozent der Kinder haben den gleichen Berufsweg gewählt, bei vieren sind das zwei, und einen guten Nachfolger hast du auch schon ausgebildet“, sagte Hülsmann.


An „immer angenehme Abende auf den Generalversammlungen in Voltlage“ erinnerte sich Litmathe zurück. „Nach der sehr zögerlichen ersten Fusion fielen die beiden nächsten leicht“, resümierte der Verbandsdirektor. „Der Erfolg kann sich sehen lassen, die Bank ist tief hinein in die Region verdrahtet und setzt sich für das Ziel ein, den Menschen zu dienen“, lobte Litmathe und verlieh die Goldene Ehrennadel des Raiffeisenverbandes.


„Als genossenschaftlicher Banker durch und durch, mit hohem Ansehen in der Region, Kompetenz und Zuverlässigkeit gepaart mit viel Humor“, sah Heiko Ziegemeier als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken im Osnabrücker Land den Scheidenden.


„Ich habe jetzt 200-mal das Wort Bank gehört, aber die betriebswirtschaftliche Denke lernt man in der Ware, daher ist von den Benken auch ein cleverer Denker“, brachte Hans-Georg Bruns von der Agravis-Raiffeisen ein.


„Erst die Automaten prüfen, dann die Heizung runterdrehen und Licht am Tag muss auch nicht sein“, fasste Bernd Schulte für die Mitarbeiterschaft die ersten morgendlichen Schritte des Vorstandsmitgliedes zusammen.


„Ich habe das Glück gehabt, mein gesamtes Arbeitsleben in einer Firma verbringen zu dürfen. In meiner Brust haben immer zwei Herzen geschlagen: eines für die Bank, eines für die Ware. Ich bin nur an wenigen Tagen missmutig zur Bank gefahren“, resümierte Walter von den Benken seinen Werdegang, auf den er gern zurückblickt.

 

Bericht im Bersenbrücker Kreisblatt