Neugestaltung

VR-Bank reißt in Voltlage alte Warengenossenschaft ab

17. August 2016 / Voltlage / cg

Nach der Sanierung ihrer Voltlager Filiale hat die VR-Bank im Altkreis Bersenbrück nun die früheren Gebäude der Raiffeisen-Warengenossenschaft abgerissen. Hier entstehen Parkplätze und zwei Baugrundstücke.

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Bildunterschrift:

Zwölf Stellplätze, eine Grünfläche und zwei Bauplätze entstehen auf dem früheren Gelände der Raiffeisen-Warengenossenschaft an der Küsterstraße. Bis Ende Oktober soll die Umgestaltung dauern, wie die Bankvorstände Ralf Stolte und Franz-Josef Morhaus, Planer Jürgen Bührmann und Geschäftsstellenleiter Hubert Franz (von links) erklärten. Sie sind überzeugt: Die Aufwertung des Areals ist ein Gewinn für das Dorfbild.

Foto: Christian Geers

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Die beiden Bagger haben ganze Arbeit geleistet: Von der ehemaligen Warengenossenschaft hinter der VR-Bank-Filiale ist nichts mehr zu sehen. Laderampe, Hallen und der markante Mischturm sind in den vergangenen Wochen dem Erdboden gleichgemacht worden. Übrig geblieben ist eine knallgelbe Sandfläche, die inzwischen eingeebnet worden ist. „Sieht fast so aus wie in der Sahara“, schmunzelt Vorstandsmitglied Franz-Josef Morhaus, als er am Dienstagmorgen gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Ralf Stolte, Geschäftsstellenleiter Hubert Franz und Dorfplaner Jürgen Bührmann vom Planungsbüro, das die Gemeinde Voltlage in der laufenden Dorferneuerung berät und betreut, über das Gelände geht und die Pläne erläutert.

14 Stellplätze sind vorgesehen

Bis Ende Oktober soll ein Teil der Fläche nicht wiederzuerkennen sein. Gleich neben dem Bankgebäude entsteht ein Parkplatz mit insgesamt 14 Stellplätzen. Dazwischen gibt es Beete und heimischen Gehölzen wie Feldahorn, „der zum Dorfbild passt“, wie Bührmann erläutert. Die Zuwegung ist barrierefrei, dank einer gepflasterten Rampe ist die Bank auch ohne Hindernisse für Menschen mit Einschränkungen zu erreichen. Hinter dem Gebäude wird eine kleine Grünfläche angelegt. Ein Weg aus Klinkerpflaster führt zu einem Rondell mit Sitzgelegenheiten, „die unsere Mitarbeiter für die Mittagspause nutzen können“, sagt Morhaus. Insgesamt investiert die VR-Bank im Altkreis Bersenbrück rund 250000 Euro in den Abriss und die Neugestaltung der Fläche.

30-Prozent-Zuschuss aus der Dorferneuerung

Ein Drittel der Aufwendungen erhält sie als Zuschuss aus der Dorferneuerung. Für sogenannte private Maßnahmen ist eine 30-Prozent-Förderung möglich, erläutert Planer Bührmann. Der Antrag sei positiv beschieden worden, „weil die Neugestaltung der Außenanlagen genau in das Dorferneuerungskonzept passt“. Soll heißen: Das Dorfbild gewinnt durch die Investition erheblich.

Stolte: Investition ist eine logische Konsequenz

Für Bankvorstand Ralf Stolte ist „diese Investition eine logische Konsequenz unserer bisherigen Strategie“. 2015 habe die Bank die Filiale modernisiert und damit ein deutliches Bekenntnis zum Standort Voltlage abgegeben. Nun gehe es darum, auch das Umfeld anzupacken und entsprechend herzurichten.

Warengenossenschaft bis Anfang 2000 in Betrieb

Die Warengenossenschaft an der Küsterstraße war bis Anfang der 2000er-Jahre in Betrieb. Dann fasste sie die Warenabteilung an der Schulstraße zusammen. Bis 2006 allerdings wurden an der Küsterstraße jährlich zwischen 3000 und 4000 Tonnen Mischfutter hergestellt worden. Seither wurden die Räume nur noch als Lager für Düngemittel genutzt oder – wie im vergangenen Jahr – während der Umbauarbeiten als Ausweichquartier für die Bank.

Ausschreibung der Bauarbeiten läuft

Wie Dorfplaner Jürgen Bührmann mitteilte, sei die Ausschreibung der Bauarbeiten, die Anfang September beginnen sollen, bereits erfolgt. In Kürze sei mit der Vergabe zu rechnen. Bis Ende Oktober allerdings muss das Bauvorhaben ausgeführt und abgerechnet worden sein, so wollen es die Bestimmungen des laufenden Dorferneuerungsprogramms. „Das ist zu schaffen“, gab er sich optimistisch. Ein Lob sprach Geschäftsstellenleiter Hubert Franz den Nachbarn in der Küsterstraße aus. Die hätten „mit einer Engelsgeduld den Abriss ertragen“.

Auch zwei Baugrundstücke auf altem Betriebsgelände

Neben Parkplatz und Grünfläche gibt es auf dem früheren Betriebsgelände der Warengenossenschaft noch Platz für zwei rund 900 Quadratmeter große Bauplätze. Doch was genau nun auf diesen Parzellen entstehen werde, stehe noch nicht fest, so Morhaus und Stolte. „Auch ein Verkauf der Grundstücke ist derzeit nicht vorgesehen.“

Gemeinde Voltlage beseitigt „weißen Fleck“

Die Gemeinde Voltlage hat unterdessen die Überplanung einer rund 20000 Quadratmeter großen Fläche zu beiden Seiten der Küsterstraße – dazu gehört auch das Grundstück, auf dem mit dem Bau von barrierefreien Wohnungen begonnen wurde – eingeleitet. Dieses Areal ist formal bisher ein „weißer Fleck“, der eine Aktualisierung angesichts der Bauvorhaben erforderlich machte. Der Landkreis hatte aus Gründen der Rechtssicherheit empfohlen, das Gebiet als sogenanntes Mischgebiet – es dient dem Wohnen und der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das Wohnen nicht wesentlich stören – auszuweisen.

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Zur Sache

VR-Bank im Altkreis Bersenbrück

Die VR-Bank im Altkreis Bersenbrück ist aus der Verschmelzung mehrerer Raiffeisen- und Volksbanken sowie Warengenossenschaften hervorgegangen. 2001 fusionierte die Raiffeisenbank Voltlage mit der Raiffeisenbank Neuenkirchen und der Warengenossenschaft zur Raiffeisenbank Voltlage-Neuenkirchen. Zusammen mit der Raiffeisen-Volksbank Grafeld-Nortrup und Raiffeisen-Agrar entstand 2006 die VR-Bank im Altkreis Bersenbrück. 2012 kam die Raiffeisen-Warengenossenschaft Bawinkel-Freren dazu. Die VR-Bank im Altkreis Bersenbrück hat ihren Sitz in Neuenkirchen. cg

Bericht im Bersenbrücker Kreisblatt