Jahresbilanz 2015 vorgestellt

VR-Bank im Altkreis Bersenbrück solide aufgestellt

11. Februar 2016 / Neuenkirchen/Altkreis Bersenbrück / cg

Die VR-Bank im Altkreis Bersenbrück blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurück. „Es geht uns gut, wir sind solide aufgestellt“, sagen die Bankvorstände Franz-Josef Morhaus und Ralf Stolte. Allerdings: Niedrige Zinsen und immer neue Vorschriften stellen die Bank vor Herausforderungen.

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Bildunterschrift:

Zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2015: die Bankvorstände Ralf Stolte (links) und Franz-Josef Morhaus.

Text u. Foto: Christian Geers

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Mit einer Bilanzsumme von 296 Millionen Euro – 13 Millionen Euro mehr als 2014 – hat die Genossenschaftsbank mit Sitz in Neuenkirchen eine neue Bestmarke erreicht. Während das Einlagengeschäft um zwei Prozent auf 166 Millionen Euro wuchs, hat sie 2015 neue Kredite in Höhe von 45 Millionen Euro vergeben. Abzüglich der Tilgung ergibt sich ein Nettoneugeschäft von zehn Millionen Euro.

Vor allem das Privatkundengeschäft floriert. Angesichts niedriger Bauzinsen verwirklichen junge Familien ihren Traum von den eigenen vier Wänden, berichtet Ralf Stolte. Auch hier setzt die Bank auf eine nachhaltige Strategie: So werden Kunden langfristige Zinsbindungsfristen von bis zu 30 Jahren angeboten, wie Franz-Josef Morhaus erläutert: „Das ist ein wesentlicher Baustein unserer Geschäftspolitik.“ Dennoch: Durch die Niedrigzinsen werde es zunehmend schwieriger, Erträge zu erwirtschaften.

Landwirtschaft ist ein „enormer Wirtschaftsfaktor“

Ein „enormer Wirtschaftsfaktor“ ist den Zahlen zufolge auch die Landwirtschaft. Von ihren Investitionen profitiert die Region. Etwa anders sieht es bei den Firmenkunden aus: „Hier ist das Wachstum begrenzt“, erklärt Stolte.

„Wir sind nicht auf das schnelle Geld aus, sondern wollen den Kunden mit qualifizierter Beratung langfristig als Partner zur Seite stehen“, so die Bankvorstände. Die Schließung von Bankfilialen sei „kein Thema“, alle Standorte seien modern ausgestattet. Das gelte auch für die Warengenossenschaft Raiffeisenagrar. Zwar sei der Umsatz im Vergleich zu 2014 um drei Millionen auf 93 Millionen Euro zurückgegangen. Das sei aber mit der schwierigen Situation in der Landwirtschaft und dem Preisverfall bei Schweinen und Getreide zu begründen. Verstärken will die Bank ihre Onlineangebote. „Den Trend der Digitalisierung werden wir voll mitgehen“, so Stolte. Gleichwohl setze die VR-Bank weiter auf eine umfassende persönliche Beratung. Mit diesem Geschäftsmodell beschreite sie den richtigen Weg, das zeige die erneut gestiegene Mitgliederzahl.

Kritik an immer neuen Vorschriften

Kritik üben die Vorstände an den immer neuen Vorschriften der EU wie an der Richtlinie für Wohnimmobilienkredite. „Die hat sicher ihren Sinn, sie trifft aber die falschen Banken“, sagt Morhaus. Nicht die Genossenschaftsbanken und Sparkassen seien Verursacher der Finanzkrise gewesen, sondern die Großbanken. Neue Regulierungen, dazu das bereits bestehende Beauftragtensystem in einer Bank für Geldwäsche, Risikocontrolling, Datenschutz und weitere Bereiche bedeuteten schon heute für jede Genossenschaftsbank eine große personelle Herausforderung.

Trotz allem blickt die VR-Bank im Altkreis Bersenbrück optimistisch auf 2016.

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