Mitglieder entscheiden im Juni

Bankenfusion im Altkreis Bersenbrück auf der Zielgeraden

19. April 2018 / Altkreis Bersenbrück / cg

Die geplante Fusion der VR-Bank im Altkreis Bersenbrück und der Volksbank Osnabrücker Nordland biegt auf die Zielgerade ein. Im Juni entscheiden die Mitglieder beider Genossenschaftsbanken, ob aus der Verlobung eine Ehe wird.

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Bildunterschrift:

Bereiten die Fusion vor: die Bankvorstände Reinhard Lewandowski und Herbert Niemann (Volksbank Osnabrücker Nordland) und Franz-Josef Morhaus und Ralf Stolte (VR-Bank im Altkreis Bersenbrück)

Text und Foto: Christian Geers

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Die Vorstände beider Genossenschaftsbanken haben in den vergangenen Monaten die Weichen für die beabsichtigte Verschmelzung ihrer Banken zur VR-Bank im Osnabrücker Nordland gestellt. Diese geht nun in die entscheidende Phase. Bei ihrem Treffen am vergangenen Donnerstag in Fürstenau haben Reinhard Lewandowski und Herbert Niemann, Vorstandsmitglieder der Volksbank Osnabrücker Nordland, mit Franz-Josef Morhaus und Ralf Stolte, Vorstandsmitglieder der VR-Bank im Altkreis Bersenbrück, die Generalversammlungen vorbereitet und den Inhalt eines vierseitigen Informationsblattes abgestimmt. Dieses wird den Einladungen an die Mitglieder für die Generalversammlungen beigefügt.

Rentable und solide Unternehmen

Die Bankvorstände sind sich sicher, dass es in den Versammlungen deutliche Mehrheiten für die beabsichtigte Verschmelzung geben wird. Die Mitglieder seien kontinuierlich über die einzelnen Schritte auf dem Weg zur Fusion und die Vorteile informiert worden. Kritische Stimmen oder gar Ablehnung habe es bisher nicht gegeben – weder seit Beginn der Gespräche im Jahr 2014 noch seit Unterzeichnung einer Absichtserklärung im Frühjahr 2016. Die Argumente für eine Verschmelzung: Volksbank Osnabrücker Nordland und VR-Bank im Altkreis Bersenbrück mit dem Zweigbetrieb Raiffeisenagrar sind rentable Unternehmen, ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist solide. Die Verschmelzung werde aus einer Position der Stärke angestrebt und „erfolgt auf Augenhöhe“, so die Vorstände.

Bereits heute 3000 gemeinsame Kunden

„Die Fusion ist der richtige Schritt“, sagt Reinhard Lewandowski. Auch die neue VR-Bank werde sich den Wünschen und Anforderungen der Kunden in einer ländlich-strukturierten Region widmen. Das Ziel sei, eine Genossenschaft zu schmieden, die noch stärker mitglieder- und kundenorientiert sei und die vor allem den gewachsenen Bedürfnissen und Erwartungen entspreche. Das Geschäftsgebiet beider Banken sind die vier Samtgemeinden im Altkreis Bersenbrück, durch die Warengenossenschaft Raiffeisenagrar als Zweigbetrieb der VR-Bank im Altkreis Bersenbrück reicht es sogar bis ins Emsland. „Schon heute haben wir im Warenbereich 3000 gemeinsame Kunden“, ergänzt Franz-Josef Morhaus mit Blick auf die sich überschneidenden Geschäftsgebiete. Schon deshalb böten sich Synergieeffekte. Und auch die immer neuen regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen an Genossenschaftsbanken könnten von größeren Einheiten bedeutend leichter erfüllt werden. Morhaus: „Da gibt es jeden Tag ein neues Regelwerk.“

Keine Filialschließungen und Entlassungen vorgesehen

Für Herbert Niemann hat eine Verschmelzung weitere Vorteile: Die neue Genossenschaftsbank, die eine Bilanzsumme von mehr als einer halben Milliarde Euro habe, könne besser auf steigende Ansprüche der Kunden reagieren, aber eben auch auf wirtschaftliche Herausforderungen, zum Beispiel auf die anhaltende Niedrigzinsphase und einen in deren Folge immer schwieriger werdenden Markt. Im Klartext: Das erhöhte Eigenkapital erlaubt eine Ausweitung der Kreditgrenzen, vorhandene Geschäftsfelder wie Immobilienvermittlung und Anlageberatung können ausgebaut und organisatorische Aufgaben zusammengefasst werden, was wiederum den Ausbau der Kundenberatung zulässt. Letztlich sei eine größere Bank ein attraktiverer Arbeitgeber. „In Zukunft qualifiziertes Personal zu finden wird eine Herausforderung werden“, so Niemann. An den kurzen Wegen zu den zwölf Bankfilialen und zwölf Filialen des Zweigbetriebs Raiffeisenagrar soll sich nichts ändern. Die Bank bleibe in einer ländlichen Region verwurzelt, kündigt Ralf Stolte an. Im Zuge der Fusion seien keine Filialschließungen oder Entlassungen geplant.

Bank und Warengenossenschaft als Alleinstellungsmerkmal

An der bisherigen Grundausrichtung in Sachen Kundennähe soll sich nichts ändern. „Jedes Vorstandsmitglied ist für jeden Kunden greifbar, wir sitzen nicht im stillen Kämmerlein“, verspricht Lewandowski. Die individuelle Betreuung bleibe Leitlinie und Zielsetzung. Ändern wird sich auch nichts an der Verbindung Genossenschaftsbank und Warenabteilung. „Die ist prägend für den ländlichen Raum“, so Franz-Josef Morhaus. Die neue Bank besitze damit ein Alleinstellungsmerkmal.

75-Prozent-Mehrheiten erforderlich

Im Juni entscheiden die Mitglieder über die Fusion, die rückwirkend zum 1. Januar 2018 erfolgen soll. Am Dienstag, 12. Juni, tagt in Berge die Generalversammlung der Volksbank Osnabrücker Nordland, am Donnerstag, 14. Juni, kommen die Mitglieder der VR-Bank im Altkreis Bersenbrück in Eggermühlen zusammen. In beiden Fällen braucht es eine Mehrheit von 75 Prozent.

 

Zahlen, Daten, Fakten

Sitz der VR-Bank im Osnabrücker Nordland soll Fürstenau werden, Ankum bleibt Sitz der Warengenossenschaft Raiffeisenagrar. Den Vorstand bilden Reinhard Lewandowski, Herbert Niemann und Ralf Stolte. Franz-Josef Morhaus scheidet nach der Fusion altersbedingt aus. Der Aufsichtsrat hat 22 Mitglieder, maximal 25 Sitze gibt es im Warenbeirat. Die VR-Bank hat 12.273 Mitglieder und 262 Mitarbeiter. Es gibt Kompetenzzentren: Fürstenau: Markt/Kunden (Herbert Niemann); Merzen: Marktfolge/Kredit (Reinhard Lewandowski); Neuenkirchen: Steuerung/Betriebsbereich (Ralf Stolte).

 

Bericht im Bersenbrücker-Kreisblatt